Aktualität der zusätlichen Alterssicherung

Modellrechnungen besagten in der Vergangenheit:
nach 45 Versicherungsjahren kann mit einer Durchschnittsrente von rund 70 Prozent des Nettoeinkommens gerechnet werden.

Tatsächlich erreichte jedoch nur etwa die Hälfte der Männer und lediglich jede zwanzigste Frau dieses Niveau. Dieses Verhältnis zwischen letztem Netto-Arbeitseinkommen und tatsächlicher Rentenhöhe wird sich weiter spreizen.

Sinkende Renten

  • Durch die Rentenrechts-Änderungen 2001 (Altersvermögensgesetz) soll das Rentenniveau langfristig sinken. Seither entwickelt sich die gesetzliche Rente in Richtung Basissicherung. Nicht mehr das traditionelle Leitbild der Sicherung des Lebensstandards, sondern ein stabiles Beitragsniveau ist die neue Zielgröße der Rentenpolitik.

  • Mit dem Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz (2004) wird das Tor für weitere Absenkungen des Rentenniveaus weit geöffnet. Künftig richtet sich die Rentenanpassung im Wesentlichen nach dem Verhältnis aus Beitragszahlern und Rentnern: Sinkt die Zahl der Beitragszahler, sinkt auch die Rentenanpassung und umgekehrt.

  • Die rentenrechtlichen Änderungen von 2004 (Alterseinkünftegesetz) haben die nachgelagerte Besteuerung eingeführt, die schrittweise zur Steuerbefreiung der Beitragszahlungen und zur Steuerpflicht der Leistungen (Renten) führt - mit sinkenden Nettorenten.

  • Hinzu kommt: Das Rentenversicherungs-Altersgrenzenanpassungsgesetz (2007) hebt die Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung seit 2012 schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr an. Wird die Altersrente für langährig Versicherte (Wartezeit 35 Versicherungsjahre) - möglich ab dem 63. Lebensjahr - in Anspruch genommen, so führt das zu erheblichen Rentenverlusten, die finanziell kaum zu verkraften sind.

Zusätliche Alterssicherung

Durch die zahlreichen Änderungen des Gesetzgebers am Rentenrecht hat die gesetzliche Rente ihre Lohnersatzfunktion teilweise eingebüßt.

Wer nur auf die gesetzliche Rente angewiesen ist , muss mit Versorgungslücken und Rentenverlusten rechnen, die zu einer beachtlichen Unterdeckung des Alterseinkommens führen und damit zu erheblichen Einschränkungen des im Erwerbsleben erworbenen Lebensstandards.

Dieser Unterdeckung kann mit der zusätzlichen Alterssicherung durch betriebliche Altersvorsorge wirkungsvoll begegnet werden.

Trotzdem ist und bleibt die gesetzliche Rente die wichtigste Quelle des Alterseinkommens.

Zur Sicherung des im Arbeitsleben erworbenen Lebensstandards - und häufig auch zur Vermeidung von Altersarmut - bedarf sie aber einerErgänzung durch betriebliche Altersvorsorge.