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Term Definition
Rückdeckungsversicherung

Die Rückdeckungsversicherung ist eine vom  Arbeit­geber oder von einer Unterstützungskasse (Versicherungsnehmer) auf das Le­ben des Arbeitnehmers abge­schlossene Versicherung (BAG 17.01.2012 – 3 AZR 10/10, Rn. 31, lexetius.com 2012, 554; 14.07.1972 – 3 AZR 63/72, AP Nr. 2 zu § 242 BGB Ruhegehalt-Lebensversicherung). Bezugs­berechtigt für die Leistungen ist der Versicherungsnehmer. Er kann die ihm aus dem Versicherungs­vertrag zustehenden Ansprüche auf Versicherungsleistungen an die Arbeitnehmer beleihen, verpfänden oder abtre­ten.

Mit einer Rückdeckungsversicherung werden die biometrischen Risiken (Alter, Invalidität, Tod) auf ein Ver­sicherungsun­ternehmen ausgelagert, die der Arbeitgeber bei einer Direktzusage selbst zu tragen hätte. Die Beiträge für eine Rückdeckungsversicherung sind für den Arbeit­geber steuermindernde Be­triebsausgaben (§ 4 Abs. 4 EStG).

Häufig nehmen auch Unterstützungskassen – nicht der Arbeitgeber eine Rückdeckungsver­sicherung über eine Le­bensversi­cherung, Pensionskasse oder eine spezielle Rückdeckungskasse vor, mit denen die Anwart­schaften ausfinanzie­rt werden (rückgedeckte Unterstützungskassen).

Die Beiträge des Arbeitgebers oder der Unterstützungskasse an eine Rückdeckungskasse sind unbegrenzt lohnsteuerfrei. Erst die Versor­gungsleistungen sind als Einkünfte aus nichtselbstän­diger Arbeit (nachträglicher Lohn) nachgelagert zu versteuern.

Bei Eintritt des Versorgungsfalles berechnet die Rückdeckungskasse die Versorgungsleistung auf der Basis der erhaltenen Beiträge und zahlt die errechnete Leistung an den Versicherungsnehmer (Arbeitgeber, Unterstützungskasse) aus. Dieser zahlt die Leistung nach Abzug der staatlichen Abga­ben (Steuer, SV-Beiträge) an den versi­cherten Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen aus.

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